Der Junge mit dem Fahrrad.Der 11-jährige Cyril Catoul (Thomas Doret) ist in einem Kinderheim untergebracht und wünscht sich nichts sehnlicher, als zu seinem Vater (Jérémie Renier) zurückzukehren. Doch der hat sein Telefon abgemeldet, die alte Wohnung verlassen und das geliebte Fahrrad seines Sohnes einfach zu Geld gemacht. Cyril will nicht wahrhaben, dass sein Vater keinen Kontakt mehr zu ihm möchte, und begibt sich auf die Suche nach ihm. Er reißt aus, trifft dabei auf die Friseurin Samantha (Cécile de France), an die er sich impulsiv klammert, als ihn die Heimangestellten zurückholen wollen. Sie hat Mitleid mit dem Jungen, kauft ihm sein Fahrrad zurück und bietet sich als Pflegemutter für die Wochenenden an, aber Cyril zeigt sich wenig dankbar und sucht weiter verzweifelt seinen Vater. Die Zusammenkunft mit seinem Erzeuger läuft schließlich anders als erhofft...
Der Junge mit dem Fahrrad ist das neue Sozialdrama der Dardenne-Brüder. 2011 mit dem Großen Preis der Jury in Cannes ausgezeichnet, ab Freitag in unseren Kinos.
Sturges.Altman.Amerika (Filmschau). Auf den Spuren der beiden amerikanischen Regie-Altmeister gestaltet das Filmmuseum bis 7. März seinen Amerika-Schwerpunkt. Sieben Filme zeigen Preston Sturges filmische Arbeit Anfang der 1940er Jahre – vom damaligen Überraschungserfolg „The Great McGinty" über die Screwball Komödie „The Lady Eve" bis zu „Sullivan´s Travels" – Sturges Filme sind very american. 16 Streifen begleiten uns dazu durch das Werk Robert Altmans von den 70er Jahren bis ins neue Jahrtausend. Ein Wiedersehen mit „M.A.S.H.", „The Long Goodybe" oder „Gosford Park". Ab Freitag im Filmmuseum.
Paris Anfang der 1930er: Nach dem Tod des Vaters lebt der 12-jährige Hugo Cabret (Asa Butterfield) in den Wänden eines Pariser Bahnhofs und kümmert sich darum, dass immer alle Uhren aufgezogen sind. Wenn er nicht gerade auf der Flucht vor dem hinkenden Stationsvorsteher ist, bastelt er außerdem unermüdlich an einem defekten Schreibroboter, den ihm sein verstorbener Vater (Jude Law) hinterlassen hat. Der vereinsamte Junge hofft, dass die Maschine ihm eine Botschaft übermitteln könnte. Doch als ihn der Spielzeughändler Georges (Ben Kingsley) beim Stehlen von Ersatzteilen erwischt, nimmt dieser ihm ausgerechnet das Skizzenbuch mit der Reparaturanleitung ab. Fortan kämpft Hugo darum, das Heft zurückzubekommen....
In den USA war "Die Entdeckung des Hugo Cabret" ein Bestseller von Brian Selznick. Der Kinderroman ist die Vorlage für Scorsese´s ersten Ausflug in das 3D-Fach. Ein echter Kinderfilm ist es aber dennoch nicht, vielmehr eine Liebeserklärung des Regisseurs an die Pioniere des Genres. Genauer gesagt an Georges Méliès, dessen bekanntestes Werk, Jule Vernes' „Die Reise zum Mond" aus dem Jahr 1902, ebenfalls im Film den Sprung in die 3D-Welt macht. Und es ist nicht die einzige Sequenz der frühen Film-Ära, die echte Cineasten in „Hugo Cabret" wieder erkennen werden. Immer wieder hat Scorsese Klassiker der Stummfilm-Zeit geschickt eingewoben.
Ob Scorsese dieses moderne Film-Märchen wirklich gelungen ist, ab Freitag läuft „Hugo Cabret" in unseren Kinos.