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Thursday 16-02-2012

strictly private: heidrun holzfeind im bawag contemporary

 

Author : Redaktion

Wie beeinflusst die Architektur das Sozialleben, was macht der urbane Raum mit Menschen in verschiedenen Weltgegenden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Künstlerin Heidrun Holzfeind. Eine Auswahl ihrer Fotos und Videos ist derzeit im Bawag Contemporary zu sehen. 

Bis letzten Sommer hat die Künstlerin Heidrun Holzfeind in New York gewohnt und ist jetzt für eine Ausstellung in ihr Heimatland Österreich zurückgekommen. "Strictly Private" zeigt ihre Foto- und Videoarbeiten der letzten Jahre, doch das Herzstück ist eine neue Arbeit, die sich speziell mit dem Ausstellungsraum am Franz-Josefs-Kai gegenüber der Urania auseinander setzt."Ich wurde im Sommer eingeladen, diese Ausstellung zu machen. Ich habe dann über die Geschichte des Gebäudes geforscht und bin auf die Familie Schwadron gestoßen. Die hatte ihre Büros und eine Wohnung im Franz-Josefs-Kai 3, das sind heute die Ausstellungsräume der BAWAG."

1938 musste der Architekt Ernst Schwadron mit seiner Familie nach Amerika emigrieren. In der Nähe von New York hat er sich ein neues Haus gebaut, das Heidrun Holzfeind besucht und in Fotos und Videos festgehalten hat. Daneben hat sie versucht, ein Gefühl von seiner alten Wohnung am Franz-Josefs-Kai zu vermitteln. Was zwischen den Fotos und Videos am meisten auffällt, ist ein Teppich, der mitten im Ausstellungsraum liegt: "Den Teppich habe ich nach Fotos von der Wohnung nachweben lassen. Das Design stammt von der ersten Frau von Ernst Schwadron. Er liegt jetzt genau fünf Stockwerke unter seinem ursprünglichen Ort, 82 Jahre später."

Wie Menschen wohnen und ihr soziales Umfeld gestalten, ist auch in den anderen Räumen das wichtigste Thema von Heidrun Holzfeind. Im einen Raum sehen wir einen Markt in Kairo, bei dem es schwer zu sagen ist, was die Waren sind und was die Häuser. Im anderen eine beschauliche 50er-Jahre-Wohnsiedlung in der amerikanischen Stadt Newark. Arbeiten, die sich mit dem suburbanen Raum beschäftigen, in ihrem Aussehen aber gegensätzlicher nicht sein könnten: "Der Gegensatz zwischen so einer stark strukturierten Stadt wie Newark und dieser informellen Architektur in Kairo ist schon sehr interessant. Da zeigen sich extreme Kontraste."

Ob in Newark, Kairo, Wien oder Mexiko-Stadt – die Arbeiten von Heidrun Holzfeind bieten Einblicke in verschiedene Wohnwelten am Schnittpunkt zwischen Fotokunst und Architekturstudien. Wer gerade am Franz-Josefs-Kai spaziert, kann in den Ausstellungsräumen der BAWAG in einer halben Stunde auf architektonische Weltreise gehen. Der Eintritt ist übrigens frei.

Die Ausstellung Strictly Private ist täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Wer lieber etwas Erklärung zu den Bildern will, kann auch eine Führung besuchen, und zwar jeden Donnerstag ab 18 Uhr.

http://www.bawag-foundation.at/