Nach seinen bisherigen vier Krimis, die sich um den Komissar Biermösel im ländlichen Idyll des Ausseerlandes drehen, wechselt der Autor Manfred Rebhandl in seinem fünften Roman die Helden und Schauplätze. "Das Schwert des Ostens" führt die Leser ins Wiener Unterweltmilieu: Ein Ottakring voller Sex, Gewalt und Drogen, und mittendrin der Privatermittler Rock Rockenschaub: "Während ich bei diesem Biermösel nichts von mir verwenden konnte, weil der halt 60 Jahre als ist, ist dieser Protagonist in meinem Alter, hört die Musik, die ich gehört habe und wohnt in der Gegend, in der ich gewohnt habe", sagt Rebhandl: "Natürlich bin ich nicht so sexuell aktiv wie er, habe keine Nutte als Freundin und keinen Pornokinobesitzer als Freund, aber im Wesentlichen ist das die Welt, in der ich auch irgendwie gelebt habe."
Rockenschaub haust in einer abgewohnten Bude mit Hanfplantage im Keller, frequentiert Pornokinos und Animierbetriebe, und wird plötzlich mit dem Mord an einem rechtsextremen Fleischhauer konfrontiert, dessen Schweinswürste sich nicht mehr so gut verkaufen wie früher. Wie in der Gegend um den Brunnenmarkt die Welten aufeinander prallen – zwischen SUV-fahrenden Gentrifizierern, muslimischen Immigranten und alteingesessenen Rassisten – ist neben der Krimihandlung das bestimmende Element des Buches.
"Das Schwert des Ostens" setzt eine gewisse Toleranz gegenüber Schimpfwörtern und politisch Unkorrektem voraus – dann kann es aber ausgezeichnet unterhalten. Ob Nazis oder Türken, alteingesessene Strizzis oder neu zugezogene Bobos – bei Rebhandl bekommen alle ihr Fett ab. "Das entsteht im Schreiben und ist meine Lust am Trashigen und am Überhöhen. Literatur sollte was bieten, da kann es ruhig auch einmal Tschimbumm machen."
Bei den meisten Lesern und Rezensenten scheint das Tschimbumm jedenfalls anzukommen. Und Manfred Rebhandl arbeitet schon an seinem nächsten Krimi mit Superschnüffler Rock Rockenschaub in der Hauptrolle: "Im nächsten Teil werde ich mich der magersüchtigen Skispringer- und Ballett-Szene annehmen. Der Titel steht auch schon fest – es wird 'Dürre Beweise' heißen."
Wer den Autor live erleben möchte, sollte am 28.2. ins Pulse in der Schottenfeldgasse schauen, wo Manfred Rebhandl aus dem Krimi "Das Schwert des Ostens" lesen wird.

