Scharfe Schüsse, schöne Frauen, schnelle Autos und ein unfehlbarer Agent im Auftrag ihrer Majestät. Dieses einfache Rezept hat eine der erfolgreichsten Filmreihen der Kinogeschichte begründet. Den Titel als profitabelste Filmreihe musste James Bond erst vor kurzem abgeben – und zwar an seinen britischen Kollegen Harry Potter. Um die Inflation bereinigt, haben die 22 bisherigen James-Bond-Filme insgesamt 11 Milliarden Dollar eingespielt. Es hätte aber auch ganz anders kommen können.
Heute gilt Sean Connery unter den meisten Fans als der beste von allen Bond-Darstellern, doch um seine Rolle in "James Bond jagt Dr. No" musste er kämpfen. Dem Autor Ian Fleming war Connery zu wenig kultiviert und zu schottisch. Auch die Produktionsfirma United Artists protestierte und gab sich erst nach langem Ringen mit Connery zufrieden.
Nicht nur Sean Connery als James Bond, sondern auch sein Gegner Joseph Wiseman als Dr. No war alles andere als erste Wahl. Drei andere Darsteller mussten die Rolle ablehnen, bevor Ian Fleming sich mit Wiseman zufrieden gab. Ähnlich war es bei der Regie. Die Produzenten holten sich erst einmal vier Absagen, bevor sie den relativ unbekannten Regisseur Terence Young verpflichten konnten. Er kam auf die Idee, die ernste Handlung mit witzigen One-Linern aufzulockern – eine Praxis, die bis heute zu jedem Bond-Film gehört.
Es war aber nicht nur die Besetzung, sondern auch praktisch jedes andere Detail des Films, das auf Widerstand stieß. "Dreadful, simply dreadful" waren die einzigen Worte von Ian Fleming, als er ihn zum ersten Mal sah. Auch die Manager von United Artists waren nicht überzeugt: Das einzig Gute an dem Film sei sein niedriges Produktionsbudget, soll ein Manager der Firma gesagt haben.
Mit nur einer Million Dollar war das Budget tatsächlich winzig für damalige Verhältnisse. Als die Produzenten Albert Broccoli und Harry Saltzman hunderttausend Dollar mehr beantragten, um das Hauptquartier von Dr. No stilvoll in die Luft zu sprengen, wollte United Artists die Dreharbeiten sogar abbrechen. Sie hatten Angst, das Geld nicht wieder hereinzuspielen.
Die Sorgen sollten natürlich unbegründet sein. "James Bond jagt Dr. No" spielte sechzig Mal mehr ein, als es kostete und wurde zu einer Stilvorlage für alle Agententhriller, die es seither gegeben hat. Dass es aber überhaupt so weit kam, haben wir einer ganzen Reihe von sturen Menschen und glücklichen Zufällen zu verdanken.



