album der woche

Monday 20-02-2012

album der woche - sandy barber - the best is yet to come

 

Author : Astrid Hauss

Kaum eine Woche vergeht, ohne dass aufregende Entdeckungen aus den fernen Epochen neu veröffentlicht werden. Samir Köck hat als Beispiel für diesen dauerhaften Trend Sandy Barbers famoses Disco-Album „The Best Is Yet To Come" zur Empfehlung der Woche gewählt:

Eigentlich unfassbar, wie unerschöpflich die Siebzigerjahre sind. Jedes Jahr werden neue Schätze von Künstlern gehoben, deren Karriere trotz Supertalents nach ein, zwei Alben eingebrochen ist. Das verdiente, britische Label BBE gehört zu den Outfits, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Relaxtness und Kreativität jener Epoche einer neuen Generation zu kommunizieren. Meist passiert dies in Form von sorgsam zusammengestellten Kompilationen. Diesmal präsentiert BBE die obskure Disco-Soul-Sängerin Sandy Barber. Die CD „The Best Is Yet To Come" enthält das gleichnamige Original von  1978 plus ein paar Single-A- und B-Seiten.

Sandy Barber, 1955 geboren und in Englewood, New Jersey aufgewachsen, hat als schwarzer Teenager selbstverständlich am berühmten Talentcontest des Apollo Theatre in Harlem teilgenommen. Zweite ist dort geworden. Ohrenzeuge wurde Talentescout Chris Curry, der Sandy Barber danach mit dem Produzenten David Jordan bekannt gemacht hat. Jordan war Produzent der Band Rare Pleasure und hatte gerade ein neues Zauberdittie namens „Let Me Down Easy" fertig. Barber wurde eingeladen es zu singen.

Der Song ist zum Disco-Klassiker geworden und Barber hatte eine kleine Ahnung von Erfolg. Jetzt will sie die Solokarriere und dockt an den Produzenten Clyde Otis an. Gemeinsam spielen sie das sublime Disco-Soul-Album „The Best Is Yet To Come" ein. Der Opener „Look Out Sky" gibt die Richtung an: himmelwärts. Sandy Barber, schlicht uplifting....

Sandy Barber und Produzent Clyde Otis haben sich für dieses vergessene Meisterwerk einige der Besten an Bord geholt. Darunter als Arrangeure Nat Adderley Jr. und  Tasha Thomas. Musikalisch verweben diese Meister köstliche Elemente von Jazz, Soul und Disco zu einem Hybrid, das einfach mitreissend ist. Nicht zuletzt dank der weltumarmenden Qualitäten von Barbers Stimme. Eines der Schlüsselstücke des Albums ist das titelgebende „Don´t You Worry (The Best Is Yet To Come)". Komponiert hat es der berühmte Schlagzeuger Herman Kelly, der mit „Dance To The Drummer´s Beat" Musikgeschichte geschrieben hat. Von einem funky Gitarrenlick aus baut sich dieser attraktive Song mühelos seine Leiter zu den Gipfeln der Ekstase. Nicht weniger als sieben Minuten dauert dieses Prunkstück. 

Das zweite ganz große Juwel dieses Album ist ebenfalls von epischer Länge. Es dauert nur eine Sekunde weniger als 8 Minuten und heißt „I Think I´ll Do The Stepping (On My Own). Geschrieben hat es Nat Adderley Jr., der berühmte Sprössling des Jazztrompeters Nat Adderly, der in seiner Karriere später viel mit Luther Vandross gearbeitet hat. Sandy Barber singt es mit viel Hitze und einem Grundgefühl, das offensichtlich zeitlos ist. Nicht umsonst haben John Morales und Al Kent dieses rasante Stück jeweils neu gemixt. . Ach, wie wunderbar discös sie seufzt!