screening room

Thursday 15-12-2016

paula - mein leben soll ein fest sein - screening room - neu im kino

Die Malerin Paula Modersohn-Becker ist die erste Frau, deren Arbeit ein ganzes Museum gewidmet ist. Ihr Leben, ihr Lieben und die massiven Widerstände, die sie für ihren Traum überwinden musste, davon handelt der Spielfilm "Paula - Mein Leben soll ein Fest sein".

Die patriarchale Gesellschaftsstruktur des 19. Jahrhunderts kannte nur einen Platz für die Frauen: Hinter dem Herd. Auch Paulas Vater würde sie dort lieber sehen. Doch sie zieht als 24-jährige lieber von Bremen in die Künstlerkolonie Worpswede. Dort trifft sie mit ihrem frühexpressionistischen Malstil aber zunächst auf Unverständnis.

Erst als ihr Mann Otto ihr ein Studium an der Ecole des Beaux-Arts in Paris ermöglicht, kommt sie in das richtige Umfeld. Dort lernt sie die Bildhauerin Clara Westhoff und den Dichter Rainer Maria Rilke kennen, mit denen sie zeitlebens eine enge Freundschaft verbinden wird. Von ihrem Mann dagegen entfernt sie sich zusehends. Otto jedoch will mit Paula eine Familie gründen. Doch sie glaubt, dass ein Kind mit der Malerei unvereinbar ist.




Immer öfter widmen sich Filme starken Frauenfiguren, die sich gegen die männliche Hegemonie durchsetzen müssen, zuletzt etwa Marie Curie. Regisseur Christian Schwochow geht das Thema allerdings mit deutlich mehr Humor an. Dazu trägt auch die tolle Besetzung bei. Carla Juri, die in der Verfilmung des Charlotte Roche-Romans Feuchtgebiete bereits auf sich aufmerksam gemacht hat, überzeugt mit einem ganz eigenen Zugang zu ihrer Rolle. Ein Anspruch, den sie mit ihrer Figur teilt.

Ein spannendes und unterhaltsames Biopic also, über eine Künstlerin, die es wert ist, wieder entdeckt zu werden.

Paula - Mein Leben soll ein Fest sein. Ab 16. Dezember im Kino.